Ein Lied aus dem Jahr 1636
„Nun danket alle Gott“ kennen viele als klassisches Kirchenlied. Aber die alten Worte können fremd klingen: Ein Gott, der von Geburt an alles Gute schenkt – klingt nach heiler Welt. Doch nicht jedes Leben fühlt sich so einfach an.
Entstanden im Abgrund
Geschrieben hat es Martin Rinckart, Pfarrer in Eilenburg, mitten im Dreißigjähriger Krieg. Er beerdigte Tausende, seine Frau starb, Hunger und Krankheit waren Alltag. Und genau in dieser Zeit schreibt er ein Danklied – ursprünglich als Tischgebet. Dank war keine Stimmung, sondern eine Entscheidung: trotz allem das Gute sehen.
Dank mit Herz, Mund und Händen
Rinckart meint: Danken ist fühlen, aussprechen, tun. Es heißt nicht, Probleme zu ignorieren, sondern ihnen nicht das letzte Wort zu geben.
Heute singen wir es neu
Wir singen das Lied nicht naiv. Wir bringen unsere Fragen und Erfahrungen mit. Dank ist heute kein fertiger Satz, sondern Aufmerksamkeit: wahrnehmen, was trägt – auch wenn es klein oder zerbrechlich ist.