
»Ich bin der gute Hirte.Der gute Hirte setzt sein Leben ein für die Schafe.«
Joh 10,11
Stations in the Street 12 – Jesus ist auferstanden
Fragen
- Wann hast du dich in deinem Körper am besten gefühlt?
- Wann hast du dich in deinem Körper am schlechtesten gefühlt?
Meditation
Eigentlich gibt es keine Station „Jesus ist auferstanden“ im traditionellen Kreuzweg.
Die klassischen Stationen begleiten Jesus nur bis zum Grab – eine Meditation über den Weg in den Tod, über unser eigenes unvermeidliches Ende.
Diese Stationen laden uns ein, die Gnade, das Mitgefühl und die Liebe eines Retters zu spüren, der die härtesten Seiten des Menschseins kennt.
Diese Meditationen handeln vom Fallen.
Das Aufstehen und Auferstehen sparen wir für den Ostermorgen aus.
Wir fühlen uns unwohl mit Situationen, die nicht aufgelöst sind – die in der Schwebe hängen.
Wir tun uns schwer damit, über Kreuz und Grab zu reden, ohne die Auferstehung zu erwähnen.
Vielleicht mag niemand gern eine Geschichte, die in der Dunkelheit endet, weil sie uns an unsere eigene Zukunft im Unbekannten erinnert – und dieser Gedanke macht vielen von uns Angst.
Mein Wunsch für diese Meditationen ist, dass wir erkennen:
Das Göttliche kennt die härtesten Momente des Menschseins genau.
Von Verrat bis Herzschmerz.
Von Schmerz bis Stille.
Von Erscheinung bis Verschwinden.
Jesus hat diese Dinge nicht ausgeklammert.
Er ist hindurchgegangen – so wie wir es in unserem Leben tun.
In Gott sind die Erfahrungen des Menschseins eingebettet, mit allen Grenzen, Schmerzen und Verletzlichkeiten.
Jesus hat unser Menschsein geteilt.
Er war in einem Körper.
Er war hier.
Endlich. Begrenzbar. Mit Schwächen.
Mit einem Herz, das schlägt – und über das er nicht ausschließlich Kontrolle hatte.
Wir haben alle ein Herz, das schlägt, ohne dass wir alles lenken können.
Wir sind alle hier an diesem Moment in unserem Leben gelangt, durch Umstände, die wir nicht beherrschen.
Jesus kehrte in einem Körper „zurück“ – in seiner Auferstehung.
Die harten Seiten des Menschseins waren nicht sein Ende.
Vielleicht sind sie auch nicht unser Ende.
Dieses Bild lädt ein, über die Auferstehung des Körpers nachzudenken:
Ein neuer Trieb wächst aus einem abgehackten Baumstumpf, neben dem Hirtenstab eines guten Hirten, der weiterhin sagt:










