Über den Kreuzweg von Scott Erickson

Die Stationen des Kreuzwegs sind aus einer Sehnsucht heraus entstanden: Menschen wollten den letzten Weg Jesu nachgehen — Schritt für Schritt, durch die Gassen Jerusalems, hinauf nach Golgatha. Weil nicht alle dorthin reisen konnten, holten Künstler*innen diesen Weg an ihren Ort und in ihre Zeit. Sie erschufen Orte des Innehaltens, Stationen zum Erinnern und zum Mitgehen. Daraus Erwuchs die Tradition des Kreuzwegs, die bis heute in vielen Kirchen weiterlebt.

Der Weg zum Kreuz erzählt davon, wie Gott sich ganz auf das Menschsein eingelassen hat — mit allem, was es dunkel und schwer macht. Jesus kennt die Versuchung, einfach aufzugeben. Er kennt Verrat durch einen Freund. Ein ungerechtes Urteil. Machtmissbrauch. Schmerz, der durch den Körper fährt. Spott, der die Seele trifft. Bloßstellung vor anderen. Zerbrochene Beziehungen. Und letztendlich eine unserer größten Ängste: den Tod. Nichts von dem, was zum Menschsein gehört, blieb ihm erspart.
Am Kreuz ruft er die alten Worte Davids:

„Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
(Ps 22,2)

in Schrei, der auch unser Schrei sein könnte.
Eine Frage, die wir kennen.
Jesus steht unserem Leiden nicht fern. Er kennt es von innen heraus, weil er es mit uns teilt.

Viele von uns spüren heute Angst und Verunsicherung angesichts der Welt, in der wir leben. Nachrichten überschlagen sich. Sicherheiten bröckeln. Zukunft fühlt sich manchmal schwer an. In der Fastenzeit richten wir unseren Blick neu auf diesen einen Menschen — auf seine Worte, sein Leben, seine Haltung. Auf den, der mitten im politischen Chaos seiner Zeit sagte: „Habt keine Angst.“ Und: „Kommt zu mir, ihr alle,
die ihr euch abmüht und belastet seid! Ich will euch Ruhe schenken.“ (Mt 11,28)
Auf diesem Kreuzweg verbindet sich unser Weg mit dem Weg Jesu und vertrauen darauf, dass er Licht in unsere Perspektive bringt.

Diese Stationen greifen Elemente, Gedanken und Zeichen aus Jesu Weg zum Kreuz auf. Sie laden ein, nicht nur zuzuschauen, sondern innerlich mitzugehen.
Und vielleicht wächst dabei eine leise Gewissheit:

Wir sind nicht verloren in dieser Welt.
Wir sind nicht vergessen.

Denn Jesus sagt:

„Das habe ich euch gesagt,
damit ihr bei mir Frieden findet.
In der Welt habt ihr Angst.
Aber fasst Mut, ich habe die Welt überwunden!“

(Joh 16,33)

#stationsinthestreet
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