
Sie hat mich im Voraus für mein Begräbnis gesalbt.Dazu hat sie das Öl über meinen Körper gegossen.
Mt 26,12
Lies den ganzen Bibeltex Lk 23,50-56
Stations in the Street 11 – Jesus wird begraben
Fragen
- Was ist deine letzte Erinnerung an eine Beerdigung?
- Wie erinnerst du dich an die Menschen, die du verloren hast?
- Wieso beerdigen wir unsere Lieben? Was ist die Bedeutung einer Beerdigung?
Meditation
Einen geliebten Menschen zu begraben ist schwer.
Das Bild dieser Station zeigt die Verbindung aus zwei Dingen, die viele von uns mit einer Beerdigung verbinden: eine Blume und eine Schaufel.
Vielleicht hast du schon einmal erlebt, wie bei einer Beerdigung Blumen ins Grab geworfen werden. Niemand weiß genau, wann diese Tradition entstanden ist. Es gibt unterschiedliche Erklärungen dafür.
Manche sagen: Blumen drücken das aus, was wir kaum in Worte fassen können. Dankbarkeit. Ehre. Trauer. Liebe.
Wenn wir eine Blume ins Grab legen, ist das ein letzter Gruß. Ein Zeichen dafür, dass dieses Leben für uns ein Geschenk war.
Andere sagen: Blumen stehen für Anfang und neues Leben. Wenn man sie ins Grab legt, ist das auch ein Zeichen der Hoffnung – dass mit dem Tod nicht einfach alles endet.
Und dann ist da die Schaufel.
Sie erinnert daran, dass ein Grab ausgehoben wird.
Dass ein Körper in die Erde gelegt wird.
Bei der Beerdigung wird der Satz gesprochen: „Erde zu Erde – Asche zu Asche!“
Vielleicht kennst du den Satz aus der Fastenzeit:
„Von Staub bist du genommen, und zum Staub wirst du zurückkehren.“
Am Anfang der Bibel wird erzählt, dass der Mensch aus Erde geformt wird – aus den Elementen dieser Welt – und dass Gott ihm seinen Atem einhaucht. Materie und Atem. Körper und Geist. Staub und Leben.
Wenn dieser Atem geht, bleibt der Staub zurück.
Und wir geben ihn zurück zur Erde.
Blume und Schaufel erinnern uns daran:
Wir sind beides.
Etwas Greifbares und etwas Unsichtbares.
Körper und Geheimnis.
Ein Teil von uns kehrt in die Erde zurück.
Und bei einem anderen Teil wissen wir nicht genau, was damit ist.
Jesus wurde begraben.
Er hat „erfahren“, was es heißt, dass seine Freunde und Familie sich verabschieden und er jetzt Teil der Erinnerung ist.
Erinnern ist schön und schmerzhaft zugleich.
Schön, weil wir in Gedanken noch einmal bei den Momenten sein können, die uns geprägt haben.
Schmerzhaft, weil wir wissen, dass keine neuen mehr dazukommen.
Wir erinnern uns, dass jemand einmal da war.
Wir erinnern uns an den Ort, an dem wir Abschied genommen haben.










