Niemand liebt mehr als einer,der sein Leben für seine Freunde einsetzt.

Joh 15,13

Stations in the Street 10 – Jesus stirbt

Fragen

  • Was war deine erste Begegnung mit dem Tod?
  • Worüber wirst du wütend, wenn du an den Tod denkst?
  • Worüber wirst du traurig?

Meditation

Es gibt ein Schwinden, über das wir nicht gern sprechen.
Vielleicht hast du den Moment schon einmal erlebt, wie etwas Lebendiges stirbt.
Ein Freund.
Ein Mensch, den du kaum kanntest.
Ein Haustier.
Da ist ein Moment, in dem etwas da war – und dann nicht mehr.
Der Körper ist noch da.
Aber das, was ihn lebendig gemacht hat, ist weg.
Das ist verstörend.
Weil wir nicht wirklich wissen, wohin dieses „Lebendige“ geht.

Irgendwohin?
Nach oben?
Nach unten?
Ins Nichts?

Wenn wir ehrlich sind:
Wir wissen es nicht.
Wir haben Hoffnungen, Bilder, Glauben.
Aber sicher wissen wir es nicht.
Und genau das macht es so unruhig.

Jesus hat dieses Verschwinden erlebt.

Er war da.
Und dann war er nicht mehr da.
Ein Körper hing am Kreuz –
aber er selbst war nicht mehr dort.
Vielleicht sollten wir über dieses Geheimnis nicht zu schnell hinweggehen.
Nicht sofort zur Auferstehung springen.
Nicht sofort alles erklären wollen.
Diese Station ist wahrscheinlich die, vor der wir uns am meisten fürchten.
Denn dieses Verschwinden wird auch uns betreffen.
Und jeden, den wir lieben.
Ich spüre selbst die Wut darüber.
Die Ohnmacht.
Das Wissen, dass ich nichts dagegen tun kann.
Dass ich nicht kontrollieren kann, wann es geschieht.
Dass ich es nicht aufhalten kann.

Unter unserer ruhigen Oberfläche liegt oft genau das:
die Angst vor diesem Moment,
in dem das, was uns lebendig macht, sich vom Körper löst.
In diesem Bild sehen wir das Lamm Gottes –
getroffen von der Sense des Todes.
Es ist ein Symbol.
Vielleicht leichter anzusehen als ein lebloser Körper an einem Hinrichtungsinstrument.
Denn dieser Anblick wäre kaum auszuhalten.
Ein geteiltes Lamm.
Ein Leben, das endet.
Ein Atem, der verstummt.
Und dann diese Worte:

„Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“Mehr wird nicht gesagt.Kein lauter Sieg. Kein dramatischer Abschluss. Nur Loslassen.

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