
»Das Weizenkorn muss in die Erde fallen und sterben,sonst bleibt es allein.Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.«
Joh 12,24
Stations in the Street 06 – Jesus fällt
Fragen
- Was ist deine erste Reaktion, wenn du siehst, dass jemand hinfällt?
- Bist du schon einmal in der Öffentlichkeit gestolpert? Wie hat es sich angefühlt, so gesehen zu werden?
- Warum fällt es uns so schwer, unsere Schwächen zu zeigen?
Meditation
In diesem Bild sehen wir einen Ast und Blätter, die von diesem Ast fallen. Der Ast gehört zu einem größeren Ganzen – dem Baum, den Wurzeln, einem ganzen Netzwerk. Und doch gibt es Teile des Baumes, die mit den Jahreszeiten wegfallen. Sie trennen sich. Sie fallen ab. Sie verwelken.
Am Baum ist nichts „kaputt“. Es gehört zum Lebensrhythmus dazu. Wir nennen diese Jahreszeit „Herbst“ – das Fallen ist Teil vom Prozess des jährlichen Erneuern.
Auch diese Station – obwohl sie nicht wörtlich in der Bibel steht – fasst drei traditionelle Stationen zusammen. Sie will zeigen:
Jesus ist Mensch – seine Kraft wird immer weniger, je näher es zu seinem öffentlichen Tod kommt.
Nach der brutalen Geißelung, nachdem er geschlagen wurde und sein Kreuz tragen musste, zeigt uns dieser Moment:
Jesus hat Schwäche erfahren. Es gibt Teile des menschlichen Lebens, die wir einfach nicht kontrollieren.
Jesus hat erfahren, was es bedeutet, zu fallen.
Schwerkraft ist etwas, das du nicht steuerst.
Wenn du stolperst … wenn die Dinge, die dich aufrecht halten, plötzlich nicht mehr funktionieren … dann zieht dich eine Kraft zu Boden, die größer ist als dein Wille.
Es geht nicht um mangelnden Glauben.
Unser Menschen ist zerbrechlich und manchmal auch ziemlich schwach.
Es gibt Andere Kräfte, die stärker sind als reine Willenskraft:
Dein Herz‑Kreislauf‑System
Wetter
tektonische Platten
Kometen
dein Atem
dein Durst nach Wasser
dein Bedürfnis, Liebe zu geben
dein Bedürfnis, Liebe zu empfangen
Staunen
Schwarze Löcher
Unfälle
Zufall
Kugeln
Feuer
Strahlung
Angst
Traurigkeit
Freude
Aufregung
Ekel
Wut
dein Körper
deine Existenz










