»Wenn ich aber im Recht bin, warum schlägst du mich?«

Joh 18,23

Lies den Bibeltext Mt 27,28-30 und Mt 20,18-19

Stations in the Street 04 – Jesus wird verspottet

Fragen

  • Welche Ereignisse lösen bei uns aus, dass wir jemanden verspotten?
  • Warum glaubst du, haben sie Jesus verspottet?
  • Was "fasziniert" uns an solchen brutalen und menschenverachtenden Szenen?

Meditation

Wofür wurden diese Gegenstände gemacht?

In dieser Station sehen wir zwei Dinge nebeneinander: eine Peitsche – die sogenannte „neunschwänzige Peitsche“, und die Dornenkrone, die auf Jesu Kopf gepresst wurde.
Was war das Ziel dieser Werkzeuge?
Sie sollten Menschen der Würde berauben.
Ja, sie sollten Schmerz zufügen.
Aber körperlicher Schmerz ist nicht alles.
Es geht darum, jemanden kleinzumachen. Ihm seine Würde zu nehmen. Seine Geschichte auszulöschen. So zu tun, als wäre er weniger wert.
Spott entsteht oft aus Unsicherheit.
Wenn wir uns klein fühlen, greifen wir manchmal zu Hohn, um uns größer zu machen.
Anstatt uns unserer Angst oder unserem Neid zu stellen, machen wir Witze über andere. Das gibt uns kurz das Gefühl, überlegen zu sein. In Kontrolle zu sein.

Jesus hat erlebt, wie es ist, entwürdigt zu werden.

Kennst du das – wenn du mit deinem eigenen Leben so unzufrieden bist, dass dein Frust sich an anderen entlädt?
Vielleicht läuft dein Leben anders als geplant. Vielleicht steckst du in einer Situation, die du hasst. Und wenn dich jemand fragt, wie es dir geht, brauchst du all deine Selbstbeherrschung, um nicht explodieren.
Oder du bist in einem Umfeld, in dem du dich nicht gesehen fühlst. Vielleicht wirst du übergangen, nicht ernst genommen, sogar abgelehnt. Und Tag für Tag sammelt sich Ärger an.
Solche Erfahrungen können einen langsam aushöhlen.
Und dann passiert es:
In einem ganz anderen Moment sagt jemand etwas Kleines – und plötzlich bricht alles heraus.
Ein Gespräch wird härter als nötig.
Ein Streit eskaliert.
Ein Kind macht einen Fehler – und du reagierst über.

Oft entlädt sich unsere Wut dort, wo es eigentlich nicht passt.
Wenn wir uns selbst entwürdigt fühlen, handeln wir manchmal selbst entwürdigend.
Ich wette, diese römischen Soldaten haben diesen Rabbi brutal zugerichtet.
Nicht, weil sie ihn kannten.
Nicht, weil sie seine Botschaft verstanden.
Sondern weil er in diesem Moment machtlos war.
Spott ist oft der Versuch, Macht zu spüren.

Und Jesus steht da – verspottet, geschlagen, entmenschlicht.Er weiß, was kommen wird.Und er geht diesen Weg trotzdem.

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