Resonanz – Wenn die Welt zurückklingt

Manchmal genügt ein kleiner Moment: Vogelstimmen am Morgen, der Duft des Sommers oder ein gutes Gespräch. Plötzlich merken wir: Wir sind verbunden – mit der Natur, mit anderen Menschen und mit der Welt um uns herum.

Genau darum geht es für uns in „Geh aus, mein Herz und suche Freud“. Das Lied lädt nicht nur dazu ein, die Schönheit der Schöpfung zu bestaunen. Es lädt dazu ein, in Resonanz zu treten – mit dem Leben. Unsere Interpretation erzählt diesen Weg: vom Staunen über die Natur hin zu der Erkenntnis, dass wir selbst Teil dieses großen „Gartens“ sind. Aus dem Beobachten wird Mitgestalten. Aus „Schau an…“ wird „Ich singe mit…“.

Deshalb haben wir Jugendliche eingeladen, drei Fragen zu beantworten:

  • Was gibt mir Halt?
  • Wofür möchte ich stehen?
  • Was soll durch mein Leben wachsen?

Ihre Antworten zeigen, wie unterschiedlich unsere Lebensgeschichten sind – und wie sehr wir doch miteinander verbunden sind.

Hartmut Rosa nennt diese Erfahrung Resonanz: Die Welt spricht uns an – und wir antworten mit unserem Leben. Genau dazu lädt dieses Lied ein. Es erinnert uns daran: Wir schauen dem Leben nicht nur zu. Wir sind Teil davon – und gestalten mit, was wächst.

Paul Gerhardt – Ein Sommerlied voller Hoffnung

Paul Gerhardt schrieb „Geh aus, mein Herz und suche Freud“ im Jahr 1653 – nur wenige Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges. Seine Welt war geprägt von Leid, Verlust und Unsicherheit. Umso erstaunlicher ist der Beginn des Liedes: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud.“ Es ist eine Einladung an sich selbst, trotz allem die Schönheit des Lebens wiederzuentdecken.

Die ersten sieben Strophen führen hinaus in die Natur. Blumen, Bäume, Vögel und Felder werden zu Bildern einer Welt voller Leben. Die schönen Bilder und Wörter versetzen einen ins Staunen über diese wunderbare Schöpfung.

Mit der achten Strophe verändert sich der Blick: „Ich singe mit, wenn alles singt.“ Aus Betrachten wird Beteiligung. Der Mensch erkennt sich selbst als Teil dieser lebendigen Welt. Diesen Wendepunkt greifen wir in unserer Interpretation musikalisch auf: Eine neue Melodie und ein Tonartwechsel machen hörbar, dass wir nicht nur Beobachtende sind, sondern selbst einstimmen in den großen Klang der Schöpfung.

Die letzten Strophen richten den Blick nach innen. Paul Gerhardt wünscht sich, selbst „ein guter Baum“ zu werden – verwurzelt, wachsend und fruchtbar. Aus der Freude über die Schöpfung wird die Frage nach dem eigenen Leben:

  • Was darf durch mich wachsen?
  • Welche Spuren hinterlasse ich?

So wird aus einem Sommerlied eine Einladung, den eigenen Platz in dieser Welt zu entdecken.

Hier gibt`s die Noten zum download

Hier findest du sowohl ein Bandsheet mit Akkorden als auch Noten zum Mitsingen.

Die Noten zu diesem Stück stellen wir kostenlos zum Download zur Verfügung. Sie dürfen für den privaten Gebrauch sowie für Gottesdienste, Gemeindebands, Chöre, Posaunenchöre, Bläsergruppen und die kirchliche Bildungs- und Jugendarbeit genutzt werden. Eine kommerzielle Verwendung oder Weitergabe mit dem Ziel, damit Geld zu verdienen, ist nicht gestattet.

Sollte eine andere Nutzung geplant sein oder Interesse an einer kommerziellen Verwendung bestehen, freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme unter info@weidaundmohns.de.

Wir freuen uns sehr, wenn diese Musik in Gemeinden weiterklingt, aufgeführt und geteilt wird und Teil der musikalischen Arbeit vor Ort wird.

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